Digitale Finanzen – wie sich die Banken verändern…

Digitale Finanzen – wie sich die Banken verändern…

Digitale und technologische Innovationen definieren heute die Struktur des Finanzsektors neu, was sich zunehmend auf die gesamte Produktpalette auswirkt. Manche klassischen Bankprodukte können integriert werden, manche werden einfach komplett durch digitale Produkte ersetzt. Diese Innovationen sind sektorübergreifend und umfassen mobile Zahlungen genauso wie Kredite an Privatpersonen und Unternehmen, virtuelle Währungen und automatisierte Beratung. Begriffe wie mobile Zahlungen, künstliche Intelligenz, Chatbot, soziale Kreditvergabe und blockchain, entstammen dem neuen Fachjargon einer Entwicklung, die einen Paradigmenwechsel in der Finanzwelt einleitet. Traditionelle Finanzinstitute werden zu dieser Transfomation eher gezwungen, nachdem neue Akteure aus dem sogenannten FinTech Bereich am Horizont auftauchten und dann rasend näher kamen.

Um nur einige Zahlen zu nennen: Seit 2011 haben über 750 FinTech Unternehmen weltweit, 26,5 Milliarden Dollar eingesammelt, wie die Beobachtungsstelle Digitale Finanzen der Mailänder Polytechnikum berichtet. Die Studie zeigt auch, dass der erfolgreichste Sektor der neu entstandenen Unternehmen aus dem Bereich Kreditvergabe und Finanzierung stammt, gefolgt von neuen digitalen Dienstleistungen im Bereich Investition.

Die neuen Anbieter wenden sich direkt an die Verbraucher und stellen mittlerweile in vielerlei Hinsicht eine realistische und vielleicht sogar bessere Alternative zu Banken dar. Eine echte Herausforderung, die der traditionellen Bankenwelt die Notwendigkeit, aber auch die Chance für einen Wandel eröffnet. Laut einer Studie der Economist Intelligence Unit, werden bis 2020 mehr als die Hälfte der finanziellen Transaktionen von Fintech Unternehmen übernommen. Gleichzeitig prognostiziert eine Studie von McKinsey, dass traditionelle Finanzinstitute bis 2020 mit 30% Verlust rechnen müssen, wovon vor allem die Institute der Industrieländer betroffen wären.

Und was sagen die Kunden?

Die Verwendung digitaler und mobiler Technologien wird zunehmend Gewohnheit bei den Nutzern von Finanzdienstleistungen. Nach Angaben des World Retail Banking Report 2016 CapGemini / EFMA benutzen 63% der Befragten regelmäßig digitale Finanzprodukte und ein großer Teil von Ihnen würde die Nutzung weiterempfehlen. Ernst&Jung hat in einer Umfrage in Italien ermittelt, dass jeder dritte in Italien der Meinung ist, Banken würden in der Zukunft keine wichtige Rolle mehr spielen. Während diese Entwicklung in Europa eher langsam und weniger disruptiv verläuft, löst sie in Entwicklungs- und Schwellenländern einen großen kulturellen Wandel aus.

Aber was können wir für die Zukunft erwarten? Wer werden die Gewinner, wer die Verlierer sein? Fakt ist, dass der Wandel vollzogen wird und schon in vollem Gange ist. Für die meisten wirkt sich dieser Wandel positiv aus: Es wird günstiger, geht schneller und es passt besser zu den individuellen Zielen und Anforderungen. Also was wollen wir mehr?

 

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